Der Autor

Wie alles anfing und wohin das führen kann

Ein bewegtes Leben in mehreren Berufen geführt zu haben, lässt oft private Wünsche nach Kreativität offen. Die einen nennen es Hobby, die anderen Lust und Leidenschaft, was Menschen zu künstlerischem Wirken und schriftstellerischem Arbeiten antreibt.

    Als Kunst schaffender Autodidakt habe ich erkennen müssen, dass der Zugang zum Kunstsystem, durch konstruierte Bedingungen einer Vielzahl machtvoller Akteure, gelenkt wird. Diese Gatekeeper haben die Claims nach ihren Kriterien abgesteckt und tragen so zu einer Reduktion der Vielfalt bildender Kunst, auf ihre Weise bei. Vor allem das, was von ihnen als Gegenwartskunst und damit als vermarktungsfähig ausgerufen wird, pushen sie in einem gut vernetzten System. So bleiben über 95 Prozent aller Gegenwartskunst Produzierenden, fernab der Geldtröge und den finanzkräftigen Spekulationen im Kunstinvestmentsektor, mit ihrem künstlerischen Wirken wenig auskömmlich oder verarmt, an den Rändern der Gesellschaft.

    Verlassen kann ich mich persönlich, auf den freien Zugang zu meinen inneren Ressourcen. Die Leidenschaft, Texte zu verfassen, mit Worten zu jonglieren und in vielfältigen Formen, meine eigenen Gedanken und die anderer aufzuschreiben, haben mich von Kindheit an begleitet. Eine schwere Krankheit im Kindes- und Jugendalter hat eine häufige Abwesenheit vom geregelten Schulalltag bedeutet. Was vordergründig als Benachteiligung auszusehen schien, war in einer durch den Lehrerberuf überwölbten Verwandtschaft, ein Segen für mich. Durch die Versorgung mit Schulmaterial war es mir möglich, schon vor der offiziellen Einschulung ziemlich gut Lesen und Schreiben zu können. Diese Fähigkeiten zu besitzen, ließ im Klassenraum leider sofort Probleme entstehen. Da ich den offiziellen Lehrplänen voraus war, wurde meine ausgeprägte Verweigerungshaltung, mit Griffeln auf Schiefertafeln herum zu kratzen, als Verhaltensauffälligkeit ausgelegt. Erst Wochen später, bekam ich zur Beruhigung meines Gemüts einen Füllfederhalter genehmigt.

    Die unbändige Neugier, durch Lesen und Schreiben schon im Kindesalter, die Welt zu entdecken und phantasievoll zu denken, mündete schon mit acht Jahren in einer ersten Kurzgeschichte, dessen Titel ich noch erinnere. Sie wurde nie veröffentlicht und gilt inzwischen als verschollen in den unergründlichen Tiefen der Familienverwandtschaft.

    Der glückliche Umstand, dass meine Patentante Verlagsangestellte war und mich Lesejunkie mit Büchern überhäufte, führte dazu, dass ich mich wie eine Raupe durch Bücherberge fraß.

    Im Alter von 16 Jahren, begann der ehrenamtliche Dienst in einer Pfarrbücherei der kath. Heimatgemeinde, um dem Geruch bedruckten Papiers und den für einen jungen Menschen zahlreichen, hinter Buchdeckeln verborgenen Geheimnissen der Welt, noch näher zu sein. Die eigenen privaten Bücherregale, füllten sich mit den Studienzeiten und nachfolgendem Berufseinstieg stetig weiter.

    Von meinen Arbeitgebern an mir geschätztes Talent „gut Schreiben zu können“, war mir durchaus eher Fluch als Segen. Denn so manches Schreiben voluminöser Projekt- und Forschungsberichte, erschien mir häufig wie das Bohren dicker Bretter mit stumpfem Handwerkszeug. Denn was nützt es, soziale Handlungsbedarfe in verschiedenen Politikfeldern zu erforschen und dann die Folgenlosigkeit durch politische Ignoranz ertragen zu müssen? Welch eine Ressourcenverschwendung, wenn jahrelang investierte Geistesenergien, schon wenig später, zu Ablagevorgängen in Ministerien oder sonstigen Archiven führte. Zum Glück konnte ich die wahre Halbwertzeit sozialwissenschaftlicher Forschung in gedruckter Form, nie detailliert nachvollziehen.

    Zum Ghostwriter zu werden, fiel mir nicht schwer. Die Begehrlichkeit von Vorgesetzten, für sie schreiben zu sollen und die Vermittlung weiterer Interessenten aus dem Kollegenkreis heraus, schmeichelten mir anfangs. Doch wie leicht „jemandem einen Gefallen zu tun“, zu dreistem Missbrauch und unmoralischem Handeln führen kann, habe ich bitter erfahren müssen. Der lange und späte Abschied aus diesen Diensten, war eine moralisch wichtige und konsequente Gewissensentscheidung.

    So kommt es, dass ich erst in fortgeschrittenem Alter, meine eigenen Gedanken und Beobachtungen zu Themen der Zeit aufschreibe. Dies bringt mein umfangreiches Erstlingswerk „Leben im Übermorgen“ zum Ausdruck.

    Was meine Geschichten den Lesenden mitgeben sollen? Neben anregender Unterhaltung das, was ich mit einem Teil meines Kunstschaffens vermittelt möchte: „Alles kann genau so, aber durchaus vielfältig und phantasievoll anders sein“, als es geschrieben steht oder wie mit einem Kunstwerk umzugehen ist.
Romane leben von der Konstruktion des Möglichen. Das für Wahrheit ausgegebene und über die Protagonisten der erzählten Geschichten als Handlungsoptionen Ausgewählte, sind speziell von ihnen angewandte Lösungsmöglichkeiten. Es gibt naturwissenschaftliche Gesetze, die nicht zu widerlegen sind. Was der Mensch damit und daraus macht, beruht auf seiner Wahl des Umgangs damit. Er selbst hat es sprichwörtlich in seinem Geist und den kreativen Händen, zu entscheiden, was er wählt.

    Im übertragenen Sinn bleiben die Konsumenten seiner Werke, nicht nur Buchlesende. Sie sind zugleich weitaus mächtiger und einflussreicher in ihren vielfältigen Lebenszusammenhängen mit ihrer Meinung und Stimme, die sie zu den behandelten Themen haben. Wenn sie ihre Haltung mit anderen teilen, sich dafür einsetzen und sich achtsamer und wachsamer durch diese Welt bewegen. Der Autor Michael Hofbauer setzt hierbei auf die Unterstützung der neuen sozialen Möglichkeiten der Massenmedien und der Künstlichen Intelligenz.